Andacht

Monatsspruch für März 2019:

1. Sam. 7,3:
„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein.“

Eine Einladung zum Dienen  klingt nicht sehr verlockend.  Wir wollen nicht Knecht oder Sklave sein, sondern in Freiheit unseren eigenen Weg gehen. Und doch sind wir viele Tage unseres Lebens im Dienst: im Beruf, in Ehrenämtern, in der Familie. Das kann auch fast in Sklaverei ausarten, wenn wir nur noch getrieben werden von den Erwartungen anderer, die uns kaum durchschnaufen lassen, oder von unserem eigenen Perfektionismus oder Ehrgeiz.
Ist es also besser, vor allem alles zu tun, was unserer Gesundheit, unserem Wohlbefinden oder  unserem Wohlstand dient? Auch das kann in Sklaverei ausarten. Schon mancher hat sich damit reingestresst, nur ja nicht zu viel Stress zu haben. Andere fühlen sich gleich unwohl, wenn sie ihre gesundheitsfördernden Rituale mal nicht einhalten konnten. Und es ist auch schon mancher zum Sklaven seines Besitzes geworden, der nur noch räumt, putzt, gärtnert und instand hält.
Am besten ist es, doch der Einladung zu folgen und Gott zu dienen. Dann dienen wir dem richtigen Herrn, der es gut mit uns meint, der uns bei allem Guten zur Seite steht und uns nur das aufträgt, was letztlich für uns zum Besten dient. Wenn wir ihm dienen, dann tut sich auch etwas mit allen anderen Diensten. Dienst für andere oder für unser eigenes Wohlergehen - Gott lehrt uns, dass eines nicht ohne das andere geht. Das wichtigste seiner Gebote ist neben der Gottesliebe die Nächstenliebe, und das heißt: Zu einem Leben als Christ gehört es dazu, für andere da zu sein, Gutes zu tun und zu helfen, wo immer wir können. Aber die Nächstenliebe misst sich an der Liebe zu uns selbst – auch wir können und sollen uns Gutes tun: für uns sorgen, etwas tun, was Freude macht, uns seelisch stärken durch Gebet und Andacht, indem wir unsere Herzen Gott zuwenden. Wenn wir ihm dienen, dann wird unser Dienst uns und anderen gut tun. Dazu wünsche ich uns Gottes Geist.

Ihre Pfarrerin

A. Weisensee